Fachkräftemangel in der Lerntherapie

Interview mit Saskia Leinau-Madh, Inhaberin des Lernzentrums Leinau in Dresden

Jede Woche erhält das IFLW Anfragen von lerntherapeutischen Einrichtungen in ganz Deutschland, die dringend Mitarbeiter/innen suchen: Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten oder auf Leserechtschreibschwäche bzw. Legasthenie und/oder Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie spezialisierte Fachleute. Was erwartet Sie in diesen Praxen, Schulen und Lernzentren? Wer kann sich bewerben? Wir haben mit Saskia Leinau-Madh vom Lernzentrum Leinau in Dresden ein Interview geführt.
 
Christine Falk-Frühbrodt: Frau Leinau-Madh, Sie leiten das Lernzentrum Leinau in Dresden. Wie kam es dazu?
 
Saskia Leinau-Madh: Nach meinem Referendariat als Lehrerin (Lehramt Gymnasium) wollte ich eine neue Perspektive schaffen. Ganz unabhängig vom System Schule. Ich sah den Bedarf bei den Kindern und Jugendlichen.
 
Christine Falk-Frühbrodt: Sie suchen eine Lerntherapeutin oder einen Lerntherapeuten für Ihr Team. Welche Aufgaben warten auf diese Person?
 
Saskia Leinau-Madh: Ich suche eine Lerntherapeutin oder einen Lerntherapeuten, die/der sich als Honorarkraft in den Bereichen LRS, Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie, Konzentrationstraining und ADS/ADHS einbringt.
 
Christine Falk-Frühbrodt: Wie sieht der Arbeitsplatz aus und welche Materialien sind vorhanden?
 
Saskia Leinau-Madh: Die Praxis ist 130 Quadratmeter groß und bietet viel Raum für körperorientierte Bewegungsarbeit. Materialien für ein ganzheitliches Arbeiten sind vorhanden.
 
Christine Falk-Frühbrodt: Über welche Qualifikationen und Fähigkeiten sollte die Lerntherapeutin / der Lerntherapeut verfügen?
 
Saskia Leinau-Madh: Die Person sollte sich entweder noch in der Ausbildung befinden oder einen Abschluss als Lerntherapeut/in haben. Eine pädagogische, psychologische oder therapeutische Grundqualifikation ist wünschenswert.
 
Christine Falk-Frühbrodt: Wie gestaltet sich die Suche nach einer Lerntherapeutin / einem Lerntherapeuten? Spüren Sie den Fachkräftemangel in der Lerntherapie?
 
Saskia Leinau-Madh: In Dresden kann ich keine Lerntherapeuten finden. Die meisten sind Ergotherapeutinnen und in Festanstellung tätig. Daher suche ich jetzt auch überregional.
 
Christine Falk-Frühbrodt: Welche Perspektiven bietet eine Zusatzausbildung in Lerntherapie wie z.B. die des IFLW aus Ihrer Sicht?
 
Saskia Leinau-Madh: Eine berufliche Tätigkeit als Lerntherapeut/in ist vielseitig und an Erfahrungen bereichernd. Man kann Kindern und Jugendlichen das Lernen erleichtern, ihr Selbstbewusstsein stärken und viel fürs Leben mitgeben. Ein großer Vorteil der Selbstständigkeit in der Lerntherapie ist die Selbstbestimmung im Leben.
 
Christine Falk-Frühbrodt: Wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen viel Erfolg bei der Suche nach einer Lerntherapeutin oder einem Lerntherapeuten.
Bewerbung und Kontakt:
Lernzentrum Leinau
Inh. Saskia Leinau-Madh
Tolkewitzer Str. 8
01277 Dresden
www.lernzentrum-leinau.de