Welche Lerntypen gibt es?

Am Lernprozess sind viele Sinnesorgane beteiligt. Diesen kann jeweils einer der folgenden Lerntypen zugeordnet werden:

Auditiver Lerntyp

Der auditive Lerntyp lernt vorwiegend über das Hören und Sprechen. Man erkennt ihn daran, dass er beim Lernen die Lippen bewegt oder den Lernstoff laut vor sich hersagt. Auditiv lernende Kinder können schon nach kurzer Zeit Hörspielkassetten auswendig wiedergeben. Auch Gedichte und Melodien prägen sich ihnen zur Freude ihrer Lehrer schnell und dauerhaft ein. Schüler dieses Lerntyps verfügen über eine gute Auffassungsgabe. Sie hören aufmerksam zu, erzählen hervorragend nach und können gut kombinieren. So lernt der „auditive Lerntyp“.

Visueller Lerntyp

Der visuelle Lerntyp verlässt sich auf das, was er sieht. Er nimmt Informationen besser auf, wenn er ein Bild hat oder sich eines machen kann. Man erkennt visuelle Lerntypen daran, dass sie sich häufig Notizen machen oder Skizzen anfertigen. Fragt man sie, wo was in ihrem Hefter steht, müssen sie nicht lange suchen. Diese Lerntypen können sich gut an Details erinnern. Sie arbeiten genau und ordentlich. Ihre Sprache und ihre Träume sind meist bilderreich, farbig und voller Details. Lesen und Puzzeln zählen zu ihren Hobbys. Wer mit ihnen Memory spielt, muss sich gehörig anstrengen, wenn er nicht verlieren will. So lernt der visuelle Lerntyp.

Motorischer Lerntyp

Der motorische Lerntyp ist ein Anpacker – keiner, der zögert oder lange nachdenkt. Er lässt sich von seinen Gefühlen leiten und setzt Impulse sofort in Aktionen um. Diese Menschen sind praktisch veranlagt, bewegen sich gerne und begreifen auch das Lernen als einen aktiven Vorgang. Im Unterricht stehen sie bei Versuchen in der ersten Reihe und legen am liebsten selbst Hand an. Man erkennt diesen Lerntyp daran, dass er beim Erzählen auch seine Hände sprechen lässt, überdurchschnittlich lange die Finger beim Rechnen benutzt und gerne Kaugummi kaut. Im Kinderzimmer des motorischen Lerners stehen häufig Modellflugzeuge, Chemiebaukästen oder andere Zeugnisse starker Experimentierfreude. So lernt der motorische Lerntyp.

Kommunikativer Lerntyp

Der kommunikative Lerntyp ist ein guter Redner und ein noch besserer Zuhörer. Bei Lehrern ist er besonders beliebt, weil er den Unterricht aktiv mitgestaltet. Er neigt dazu, gut durchdachte Fragen zu stellen und Glaubenssätze zu hinterfragen. Sein sympathisches Wesen kommt auch bei den Mitschülern gut an: Häufig wird er zum Klassensprecher gewählt, um Rat gefragt oder er bringt sich bei Streitigkeiten selbst als Schlichter ein. Der kommunikative Lerntyp lernt gerne und gut im Austausch mit anderen. Er hat einen großen Freundeskreis und engagiert sich häufig frühzeitig in der Politik oder im Umweltschutz. So lernt der kommunikative Lerntyp.

Personenorientierter Lerntyp

Der personenorientierte Lerntyp ist in hohem Maße auf eine sympathische und fähige Lehrkraft angewiesen. Am liebsten wäre ihm Einzelunterricht. Diese Schüler sitzen gerne in der Nähe des Pults. Selbst auf dem Pausenhof suchen sie Kontakt zu bestimmten Lehrern. Wenn dieser Lerntyp einen guten Draht zu seiner Lehrkraft hat, lernt er so gut wie alles. Ist das Verhältnis zum Lehrer jedoch schlecht, kann er sein volles Potential nicht entfalten. Der personenorientierte Lerntyp neigt zu Leistungsschwankungen und Selbstzweifeln. Er hat wenige oder keine Freunde, spielt meist alleine in seinem Zimmer und grübelt häufig. So lernt der personenorientierte Lerntyp.

Medienorientierter Lerntyp

Der medienorientierte Lerntyp lernt gut mit technischen Medien. Im Grunde braucht er keine Lehrer, ist er doch in der Lage, sich die meisten Lehrinhalte von virtuellen Lehrern vermitteln zu lassen. Man erkennt diesen Lerntyp an seiner andauernden Begeisterung für technische Zusammenhänge. Er nutzt audiovisuelle Medien und den Computer nicht nur zum reinen Spiel, sondern zieht echten Nutzen daraus. Der medienorientierte Lerntyp hat schon frühzeitig einen Computer, Lernprogramme und einen Videorecorder auf der Wunschliste. So lernt der medienorientierte Lerntyp.

Mischtypen sind die Realität

Soweit die Theorie. In der Praxis treten diese Lerntypen selten isoliert auf. Es gibt eine Vielzahl von Verknüpfungen der grundlegenden Lerntypen. Wenn Sie sich oder Ihr Kind in mehreren dieser Beschreibungen wieder gefunden haben, gehören auch Sie Mischtypen an. Mit Schubladendenken wird man gerade in der Pädagogik niemandem gerecht. Patentrezepte gibt es nicht. Und dennoch: Es gibt zu jedem dieser Lerntypen Regeln, nach denen die Lehr- und Lernmethoden abgestimmt werden sollten, um einen maximalen Lerneffekt zu erreichen.

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