Berufliche Chancen in der Nachhilfe und Lerntherapie durch Corona

Berufliche Chancen in der Nachhilfe und Lerntherapie durch Corona

Mindestens eine Milliarde für Nachhilfe

Die Schulschließungen haben zu enormen Lernlücken bei den Schülerinnen und Schülern geführt. Mindestens 20 Prozent sollen laut Deutscher Lehrerverband (DL) einen stark erhöhten Förderbedarf haben. Wie diese Kinder und Jugendlichen aufgefangen werden können und der nicht vermittelte Lernstoff aufgeholt werden kann, ist aktuell Gegenstand von Diskussionen in Politik und Pädagogik. Die Kulturministerkonferenz hat eine Milliarde Euro für Nachhilfe versprochen; der Lehrerverband sieht den Bedarf bei etwa zwei Milliarden Euro. Dieses riesige Förderprogramm eröffnet den Schülerinnen und Schülern und auch den Erbringern von Lerntherapie und Nachhilfe jede Menge Möglichkeiten. Dabei ist das viele Geld nur die eine Sache. Die andere Seite ist die Tatsache, dass außerschulische Lernförderung erstmals als ernstzunehmendes Ergänzungsangebot zum Schulunterricht gesehen wird. Nachhilfelehrer und Lerntherapeutinnen sollen in Ordnung bringen, was die Schulen nicht geschafft haben – wegen geschlossener Schulen und oft unausgegorener Online-Angebote.

Nachhilfe und Lerntherapie stark nachgefragt

Nachhilfelehrer und Lerntherapeutinnen verzeichnen schon jetzt eine erhöhte Nachfrage. Das wird sich weiter steigern, wenn die staatlichen Gelder fließen. Viele Eltern sorgen sich um die schulische und berufliche Zukunft ihrer Kinder, können oder wollen in schulischen Dingen nicht selbst unterstützen und suchen professionelle Unterstützung. Unter welchen Bedingungen Nachhilfeunterricht und Lerntherapie in Präsenzform aktuell rechtlich möglich sind, steht in der Pandemieverordnung des Bundeslandes, in dem die Nachhilfe bzw. die Lerntherapie stattfinden soll. Daneben gibt es eine zunehmende Zahl von Nachhilfelehrerinnen und Lerntherapeuten, die online arbeiten.

Online-Nachhilfe

Sebastian Hirsch hat an unserem Fernstudiengang „Didaktik für Nachhilfe­lehrer/innen“ teilgenommen und die Fachkundeprüfung „Zertifizierte/r Nachhilfelehrer/in (IFLW)“ absolviert. Er gibt online Einzelnachhilfe in Mathe und sagt: „Niemand sollte wegen seiner Probleme mit Mathematik schlechte Zukunftschancen haben.“ Nachhilfeunterricht über das Internet (z.B. via Zoom) ist in der aktuellen Corona-Situation eine gute Alternative zum Präsenzunterricht und wird sicher auch nachgefragt sein, wenn Corona hinter uns liegt und Treffen wieder uneingeschränkt möglich sind.

Online-Lerntherapie

Die Diplom-Psychologin Caroline Winterscheid hat an unserem Fernstudiengang „Integrative Lerntherapie in Theorie und Praxis“ teilgenommen sowie die Fachkundeprüfung „Integrative/r Lerntherapeut/in (IFLW)“ bestanden und bietet Lerntherapie über Videotelefonie in ganz Deutschland. Frau Winterscheids Wertekompass besteht aus fünf Elementen: Lernfreude, Selbstvertrauen, Ressourcenbewusstsein, Anstrengungsbereitschaft und Fehlertoleranz. Lerntherapie über das Internet ist jetzt und nach Corona das passende Angebot für lernschwache Kinder und Jugendliche, die keine Praxis für Lerntherapie in der Nähe haben und mit digitalen Medien vertraut sind.

Zweites Standbein für Fachleute

Die viele Monate anhaltende unzureichende Beschulung der Schüler/innen mit noch nicht absehbaren Folgen ist ein guter Anlass für Fachleute aus dem pädagogischen, psychologischen und therapeutischen Bereich, sich jetzt für den Nachhilfe- und Lerntherapiebereich zu qualifizieren. Sie sind Ergotherapeut/in oder haben einen anderen Beruf, der keine pädagogische Grundausbildung beinhaltet? Das geht in Ordnung, denn mit unseren Fernlehrgängen „Didaktik für Nach­hilfe­lehrer/innen“ und „Integrative Lerntherapie in Theorie und Praxis“ erhalten Sie die pädagogischen Kenntnisse für ein zweites Standbein in der Nachhilfe bzw. Lerntherapie.

Als Quereinsteiger/in in den pädagogischen Bereich

In der Corona-Zeit waren viele Eltern erstmals in der Rolle der Lehrkraft für das eigene Kind. Dieses sogenannte Homeschooling hat grundsätzlich eine andere Qualität als eine reine Hausaufgabenbetreuung. Beim Homeschooling wird neuer Stoff vermittelt, z.B. die Bruchrechnung. Dabei mag die Lehrerin passende Arbeitsblätter zur Verfügung stellen. Die Vermittlung des Lernstoffs selbst liegt bei den Eltern, wenn kein Schulunterricht stattfindet und die Schulcloud mal wieder nicht erreichbar ist. Viele Eltern haben die Beschulung des eigenen Kindes neben der Arbeit und dem Haushalt als Belastung erlebt. Es gibt aber auch Eltern, die in der Coronazeit ihre pädagogische Begabung entdeckt haben und sich eine Berufstätigkeit als Nachhilfelehrer/in oder Lerntherapeut/in gut vorstellen können. Aus diesem Grund und weil der Bedarf an Fachleuten in der Nachhilfe und Lerntherapie sehr groß ist, stehen unsere Fernstudiengänge und Fachkundeprüfungen auch engagierten Quer- und Seiteneinsteigern offen.

Sie möchten Nachhilfelehrer/in oder Lerntherapeut/in werden und haben dazu Fragen? Bitte schreiben Sie Frau Christine Falk-Frühbrodt (Pädagogische Leitung des IFLW) an buero@iflw.de.

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