Kann man von Nachhilfe leben?

Nachhilfe wird häufig nur als Nebenjob oder berufliche Zwischenlösung betrachtet, dabei kann eine Tätigkeit als Nachhilfelehrer/in durchaus als lohnender Haupterwerb ausgeübt werden. Lesen Sie, wie sich Nachhilfe in Deutschland etabliert hat und 6 gute Gründe, warum Nachhilfelehrer ein echter Beruf ist.

1. Nachhilfelehrer – ein Beruf mit Tradition

Bereits im 18. und 19. Jahrhundert war eine Tätigkeit als Hauslehrer ein üblicher Berufsstart für junge Akademiker. Auf diese Weise verdienten sich beispielsweise Immanuel Kant (1724-1804), Johann Gottlieb Fichte (1762-1814) und Friedrich Hölderlin (1770-1843) in bzw. nach ihren Studienjahren ihren Lebensunterhalt. In jener Zeit gab es in Deutschland noch keine Schulpflicht und viele wohlhabende Familien leisteten sich einen Lehrer, der ins Haus kam. Seit im Jahre 1835 Sachsen als letztes Bundesland die allgemeine Schulpflicht einführte, gehen mit wenigen Ausnahmen alle Kinder zur Schule. Dennoch gibt es weiterhin privat organisierten Unterricht – in Form von Nachhilfe. Diese wird nach wie vor überwiegend von Kindern höherer Schichten in Anspruch genommen.

2. Nachhilfe – ein fester Bestandteil der Bildungslandschaft

Da Nachhilfe häufig als nicht behördlich angemeldete Arbeit ausgeübt wird, kann nicht sicher bestimmt werden, wie viele Kinder und Jugendliche Nachhilfeunterricht nutzen und wieviel Geld damit umgesetzt wird. 2016 hat eine Elternbefragung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ergeben, dass in Deutschland rund 1,2 Millionen Schüler/innen im Alter zwischen sechs und 16 Jahren Nachhilfeunterricht nutzen. Auf Grundlage von Studien wie dieser ist davon auszugehen, dass jedes Jahr mehr als eine Milliarde Euro für Nachhilfe ausgegeben wird. Gründe für das rasante Wachstum des Nachhilfemarktes seit den 70er-Jahren sind ein erhöhter Leistungsdruck, ein verschärfter Wettbewerb um Bildungswege und eine verbreitete Unzufriedenheit mit dem öffentlichen Schulsystem. Immer mehr Eltern beauftragen aus Ehrgeiz und Angst vor sozialem Abstieg einen Privatlehrer.

3. Nachhilfelehrer – ein Beruf, der zufrieden macht

Unterrichten ist eine Tätigkeit, die häufig mit einem Gefühl von Berufung und einer damit einhergehenden Zufriedenheit verbunden ist: Kinder und Jugendliche ein Stück auf ihrem Weg begleiten, ihnen Wissen und Fähigkeiten mitgeben und sich über Erfolgserlebnisse freuen. Das führt zu einer Erfüllung, die viele andere Berufe nicht bieten. Lehrer im Schuldienst sind dennoch latent Burnout-gefährdet, weil sie häufig unter ihrer hohen Stressbelastung leiden. Diese wird aktuell durch den eklatanten Lehrermangel verstärkt. Nachhilfelehrer arbeiten unter günstigeren Bedingungen: Lärm, Unterrichtsstörungen, das Korrigieren von Klassenarbeiten in der Freizeit und andere Stressfaktoren bleiben ihnen erspart.

4. Nachhilfe als Nebenerwerb

Es sind überwiegend Schüler/innen, Abiturienten und Studierende, die sich mit Nachhilfe Geld hinzuverdienen. Das Erteilen von Nachhilfeunterricht bietet jedoch auch Berufstätigen und Rentnern eine gute Möglichkeit, nebenbei zusätzliche Einkünfte zu erzielen. Vorteile liegen u.a. in der zeitlichen Flexibilität und in guten Verdienstaussichten. Wer für eine Nebentätigkeit wenig Zeit hat, beschränkt sich auf wenige Nachhilfeschüler. Wer über mehr Zeit verfügt, vergibt mehr Termine. Nachhilfe als Nebenerwerb ist selbstorganisiert oder auf Honorarbasis für ein Nachhilfeinstitut möglich. Wer für ein Institut arbeitet, muss sich seine Schüler nicht selber suchen, verdient aber weniger als ein Nachhilfelehrer mit eigenen Kunden.

5. Nachhilfe als Haupteinnahmequelle

Da für Nachhilfeunterricht mit Schulpflichtigen nur der Nachmittag, der Abend, das Wochenende und Ferienzeiten zur Verfügung stehen, darf für Nachhilfe als Haupteinnahmequelle der Stundensatz nicht zu niedrig angesetzt sein. Wer nach mehr strebt, sollte über die Gründung eines eigenen Nachhilfeinstituts nachdenken. Mit Mitarbeitern können Sie mehr Fächer abdecken, mehr Schüler annehmen und so verlässlicher und vor allem mehr verdienen. Hauptberufliche Nachhilfelehrer können sich darüber hinaus viele weitere berufliche Aufgaben suchen. Manche arbeiten auch online per Skype, bieten Online-Nachhilfe in Form von Webinaren an, drehen Videos für YouTube oder halten Vorträge. Die Möglichkeiten sind vielfältig, attraktiv und lukrativ.

6. Verdienstmöglichkeiten mit Nachhilfe

Der Verdienst ist u.a. abhängig von der Qualifikation des Nachhilfelehrers, von der örtlichen Marktsituation und natürlich auch davon, wie gefragt das jeweilige Fach oder Thema ist und welchen Ruf sich der Nachhilfelehrer darin erarbeitet hat. Die Verdienstspanne sollte für Schüler bei nicht unter zehn Euro beginnen und ist nach oben hin offen. Ein sicher extremes aber authentisches Beispiel ist der Amerikaner Anthony-James Green, der den Nachwuchs erfolgreicher Unternehmer auf die Aufnahmeprüfungen von Elitehochschulen vorbereitet. Mit seiner Spezialisierung auf gefragten Unterricht für Zahlungskräftige verdient dieser Nachhilfelehrer 1000 Dollar pro Stunde. Dank Skype muss er dafür noch nicht einmal sein Haus verlassen. Greens Geschäftsmodell lässt sich nicht auf die Gegebenheiten in Deutschland übertragen, aber auch hier gilt: Was gefragt und von hoher Qualität ist, hat seinen Preis.

Ausbildung zum Nachhilfelehrer

Sie möchten Nachhilfe bzw. Privatunterricht geben? Dafür benötigen Sie sichere Kenntnisse in einem oder in mehreren Fächern, ein geduldiges Wesen sowie didaktische Kenntnisse und Fähigkeiten, die Sie sich z.B. mit unserer Ausbildung zum Nachhilfelehrer  aneignen können. Der Fernlehrgang bietet Ihnen diese Vorteile:

  • Sie können jederzeit anfangen.
  • Sie können sich die Lernzeit frei einteilen.
  • Es kommen keine Reisekosten auf Sie zu.
  • Sie können sich online mit anderen Teilnehmenden austauschen.
  • Sie erhalten Anleitungen, Vorlagen und Checklisten für einen schnellen und professionellen Einstieg in die Nachhilfe.

Fachkundeprüfung „Zertifizierte/r Nachhilfelehrer/in (IFLW)“

Bei Bestehen der Fachkundeprüfung „Zertifizierte/r Nachhilfelehrer/in (IFLW)“  erhalten Sie das unbefristet gültige Zertifikat, einen Fachkundenachweis sowie das verifizierbare IFLW-Prüfsiegel für Ihre Werbematerialien und Ihre Website. Diese Qualifikationsnachweise bieten Ihnen folgende Vorteile:

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  • Mit dem Fachkundenachweis belegen Sie die für die Erteilung von Nachhilfe erforderlichen didaktischen Kenntnisse.
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