{"id":1584,"date":"2025-04-07T10:44:17","date_gmt":"2025-04-07T08:44:17","guid":{"rendered":"http:\/\/iflw.de\/blog\/?p=1584"},"modified":"2025-04-07T10:52:16","modified_gmt":"2025-04-07T08:52:16","slug":"elternarbeit-in-der-lerntherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iflw.de\/blog\/lerntherapie-lerntherapeut\/elternarbeit-in-der-lerntherapie\/","title":{"rendered":"Elternarbeit in der Lerntherapie &#8211; warum es ohne manchmal besser ist"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center p1 wp-block-paragraph\"><em>Lesen Sie in diesem Blog-Beitrag, warum eine Mitarbeit der Eltern in der Lerntherapie nicht immer sinnvoll ist.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"p1 wp-block-paragraph\"><span class=\"s1\">Ohne Frage kann die Elternarbeit in der F\u00f6rderung von Kindern eine zentrale Rolle spielen, denn fast immer sind Mama und Papa die wichtigsten Bezugspersonen eines Kindes. Im Vergleich zu Lehrern, Therapeuten, Erziehern und anderen ausgebildeten P\u00e4dagogen verbringen die Eltern am meisten Zeit mit ihrem Kind. Laut einer Studie der OECD* besch\u00e4ftigen sich berufst\u00e4tige V\u00e4ter in Deutschland pro Tag durchschnittlich 37 Minuten mit dem Nachwuchs, nicht berufst\u00e4tige immerhin 48 Minuten. Bei den M\u00fcttern sieht es anders aus: Da nehmen sich die berufst\u00e4tigen t\u00e4glich 66 Minuten Zeit f\u00fcr ihre Kinder und die nicht berufst\u00e4tigen 182 Minuten. Aus Sicht vieler Lerntherapeuten sollten Eltern einen Teil dieser Zeit f\u00fcr die Begleitung therapeutischer Hausaufgaben und die eigene F\u00f6rderung des Kindes nutzen. Eltern als Co-Therapeuten k\u00f6nnten entscheidend zum Erfolg einer Lerntherapie beitragen, denn eine oder zwei Lerntherapiestunden pro Woche sind f\u00fcr einen schnellen Therapieerfolg nicht immer ausreichend. Aber ist eine aktive Mitarbeit der Eltern in jedem Fall m\u00f6glich und sinnvoll?&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading p1\"><span class=\"s1\">Fachliche Kompetenz ist ein Muss<\/span><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"p1 wp-block-paragraph\"><span class=\"s1\">Eltern von Kindern mit Lese- Rechtschreibschw\u00e4che, Rechenschw\u00e4che oder anderem Lerntherapiebedarf haben nicht selten ganz \u00e4hnliche Schwierigkeiten. Wer aber im Lesen, Rechtschreiben und Rechnen unsicher ist, sollte sich nicht an der F\u00f6rderung eines Kindes mit den gleichen Unsicherheiten versuchen. Eine eigene Lernschw\u00e4che kann das Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen verbessern, ist in der lerntherapeutischen F\u00f6rderung eines Kindes jedoch hinderlich. Wer ein Kind im Bereich seiner Teilleistungsschw\u00e4che f\u00f6rdern will oder auch nur seine Hausaufgaben betreut, muss im jeweiligen Lernbereich sicher sein und auch \u00fcber die erforderlichen didaktischen Kompetenzen verf\u00fcgen. Selbst das Anleiten oder Beaufsichtigen vermeintlich einfacher Lese- und Rechtschreibaufgaben und auch lerntherapeutische Spiele erfordern einen Erwachsenen, der die therapeutischen Ziele dieser \u00dcbungen erfasst und in ein Gesamtkonzept einbetten kann. So l\u00e4sst sich zum Beispiel nicht allen Eltern vermitteln, warum ihr Kind kurze und lange Vokale unterscheiden lernen sollte oder welchen Sinn das Erlernen der Passerzahlen hat. Hier eine h\u00e4usliche F\u00f6rderung zu erwarten, die die Lerntherapie sinnvoll erg\u00e4nzen k\u00f6nnte, w\u00e4re wenig realistisch.<\/span><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading p1\"><span class=\"s1\">Emotionale Distanz hilft<\/span><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"p1 wp-block-paragraph\"><span class=\"s1\">Eltern sind nicht immer die besten Lernbegleiter, weil die emotionale Verbindung zum Kind ein geduldiges gemeinsames Lernen erschweren kann. Wer sich um die schulische Entwicklung und damit auch um die berufliche Zukunft seines Kindes Sorgen macht, kann angesichts hartn\u00e4ckiger Lernschwierigkeiten nicht durchgehend gelassen und zuversichtlich sein. Wenn dann einer Mutter oder einem Vater ein verzweifeltes &#8222;Was soll nur aus dir werden?&#8220; entf\u00e4hrt, dann ist das unp\u00e4dagogisch, aber menschlich nachvollziehbar. Langsam lernende Kinder ben\u00f6tigen erwachsene Lernbegleiter, die mit Freude und Optimismus bei der Sache sind, die auch die kleinen Fortschritte sehen und w\u00fcrdigen und dem Kind die Gewissheit geben, dass es auf einem guten Weg ist. Hier sind Lerntherapeuten, Lehrer und andere ausgebildete P\u00e4dagogen im Vorteil, denn sie lassen sich von sachbezogener Professionalit\u00e4t und weniger von ihren Gef\u00fchlen leiten.<\/span><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading p1\"><span class=\"s1\">Warum wir Eltern nicht ins Gewissen reden sollten<\/span><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"p1 wp-block-paragraph\"><span class=\"s1\">Manche Lerntherapeuten glauben, dass man Eltern die Wichtigkeit therapeutischer Hausaufgaben nur oft genug vor Augen halten muss, um sie zur Mitarbeit zu bewegen. Andere Therapeuten machen gar die Vergabe eines Therapieplatzes abh\u00e4ngig vom elterlichen Engagement oder drohen mit Therapieabbruch, wenn die Eltern nicht zur Mitarbeit in Form h\u00e4uslicher F\u00f6rderung bereit oder in der Lage sind. All dies ist nicht im Sinne der Kinder, denn selbstverst\u00e4ndlich kann eine Lerntherapie auch ohne co-therapeutisches Mitwirken der Eltern erfolgreich sein. Appelle an die Eltern k\u00f6nnen sogar Schaden anrichten, weil manche Eltern sehr gern w\u00fcrden, wenn sie nur k\u00f6nnten und vielleicht gerade aus diesem Grund eine Lerntherapeutin beauftragt haben.<\/span><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading p1\"><span class=\"s1\">Was also tun?<\/span><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"p1 wp-block-paragraph\"><span class=\"s1\">St\u00e4rken wir stattdessen das elterliche Selbstwertgef\u00fchl, indem wir Anerkennung daf\u00fcr aussprechen, dass das Kind zur Lerntherapie angemeldet wurde, dass es regelm\u00e4\u00dfig erscheint und dass es Fortschritte macht. Lerntherapeuten, f\u00fcr die Hausaufgaben ein fester Bestandteil der Therapie sind, sollten die Betreuung dieser Hausaufgaben nicht den Eltern \u00fcbertragen, wenn diese daf\u00fcr nicht empf\u00e4nglich sind. Als Alternative bietet sich ein zwischen der Lerntherapeutin und dem Kind zu f\u00fchrender Punkteplan an. Dabei erh\u00e4lt das Kind f\u00fcr jede erledigte Hausaufgabe einen Punkt. Ab einer vorher festgelegten Zahl von Punkten ist ein Eintausch der Punkte in eine Belohnung m\u00f6glich. Das kann beispielsweise ein gemeinsames Spiel, ein Eis oder ein Griff in eine mit kleinem Spielzeug gef\u00fcllte Schatzkiste sein.<\/span><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weiterbildungen zu den Themen Elternarbeit&nbsp;und Lerntherapie<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie m\u00f6chten mehr \u00fcber Elternarbeit&nbsp;und Lerntherapie erfahren, um Kinder besser f\u00f6rdern zu k\u00f6nnen? Lesen Sie dazu die Ausschreibung&nbsp;unseres&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.iflw.de\/lerntherapie\/ausbildung\/lerntherapeut-ausbildung-weiterbildung-lerntherapie.htm\">Fernstudiums \u201eIntegrative Lerntherapie in Theorie und Praxis\u201c<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Studienbrief als kostenlose Leseprobe<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie m\u00f6chten wissen, ob das Fernstudium \u201cIntegrative Lerntherapie in Theorie und Praxis\u201d zu Ihnen passt? Dann k\u00f6nnen Sie jetzt gleich den <a href=\"https:\/\/www.iflw.de\/lerntherapie\/ausbildung\/Leseprobe-LT-299-FL.pdf\">Studienbrief \u201cEltern- und Familienarbeit in der integrativen Lerntherapie\u201d kostenlos herunterladen<\/a>.&nbsp;Zum \u00d6ffnen ben\u00f6tigen Sie den Adobe-Reader in seiner aktuellen Version.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"p1 wp-block-paragraph\"><span class=\"s1\">* Miranda, V. (2011), \u201cCooking, Caring and Volunteering: Unpaid Work Around the World\u201d, OECD Social, Employment and Migration Working Papers, No. 116, OECD Publishing.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesen Sie in diesem Blog-Beitrag, warum eine Mitarbeit der Eltern in der Lerntherapie nicht immer sinnvoll ist. Ohne Frage kann die Elternarbeit in der F\u00f6rderung von Kindern eine zentrale Rolle spielen, denn fast immer sind Mama und Papa die wichtigsten Bezugspersonen eines Kindes. 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