Erfahrungen aus dem Homeschooling – Kann jeder unterrichten?

Ab März 2020 wurden die Schulen in Deutschland und vielen anderen Ländern aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Seither werden die Schüler und Schülerinnen von ihren Lehrern mit Arbeitsaufträgen für das häusliche Lernen versorgt. Idealerweise sollten die Kinder selbstständig lernen. In der Realität sieht es jedoch oft anders aus: Es sind die Eltern, meist jedoch die Mütter, die ihre Kinder zum Lernen motivieren, Aufgabenstellungen erklären, deren Bearbeitung anleiten und die Ergebnisse kontrollieren. Da auch neuer Schulstoff vermittelt werden soll, geht der aktuelle Heimunterricht über die sonst übliche Hausaufgabenbetreuung hinaus. Kann jeder unterrichten? Und was bedeutet das für Eltern, die sich jetzt schon seit Wochen in der Lehrerrolle befinden, daran Gefallen finden und das Unterrichten zu ihrem Beruf machen möchten?

Welche pädagogischen Fähigkeiten erfordert Unterrichten?

In nicht wenigen Familien gelingt Homeschooling erstaunlich gut. Dank des Einzelunterrichts bei Mama oder Papa schafft es so manches Kind, in dieser schulfreien Zeit seine schulischen Leistungen zu verbessern. Das führt zu der Frage, ob Unterrichten etwas ist, was grundsätzlich jede/r kann. Die Antwort: Es gibt Menschen, die über pädagogisches Talent verfügen ohne Pädagogin oder Pädagoge zu sein. Zu diesen Fähigkeiten gehören z.B. eine positive Grundeinstellung, Geduld, Einfühlungsvermögen in das Denken und die Psyche des Kindes bzw. Jugendlichen, kommunikatives Geschick sowie Humor. Dies alles kann den alles entscheidenden „guten Draht zum Schüler“ entstehen lassen.

Fremde Kinder unterrichten geht leichter

Wer sein eigenes Kind mit Erfolg unterrichten kann, dem gelingt das bei fremden Kindern noch besser. Woran liegt das? Beim Lernen mit dem eigenen Kind sind wir emotional viel stärker beteiligt. Dauert etwas länger als erwartet, werden wir schneller ungeduldig. Zudem drängen sich sorgenvolle Gedanken auf: Warum braucht mein Kind drei Anläufe, um diese eigentlich leichte Aufgabenstellung zu verstehen? Liegt ihm Mathematik womöglich nicht? Was bedeutet das für seinen weiteren schulischen Weg und die spätere Berufswahl? Beim Lernen mit einem fremden Kind, z.B. einem Nachhilfeschüler oder einer Schülerin, die zur Lerntherapie kommt, sind wir viel stärker im Hier und Jetzt. Es macht uns auch nichts aus, wenn ein Lernschritt länger dauert als geplant. Deswegen ist das Kind schließlich bei uns. Wir werden dafür bezahlt. Es ist unser Beruf.

Unterrichten – von der Berufung zum Beruf

Wir vom IFLW wissen aus bald 20-jähriger Erfahrung, dass es pädagogisch begabte Quereinsteiger gibt. Damit meinen wir Menschen, die ursprünglich einen anderen Beruf erlernt haben, aber ihre eigentliche Berufung aus guten Gründen im Unterrichten oder in der Lerntherapie sehen. Deswegen ist auch diesen Interessenten eine Teilnahme an unseren Fernstudiengängen – z.B. „Didaktik für Nachhilfelehrer/innen“ und „Integrative Lerntherapie in Theorie und Praxis“ – sowie unseren Fachkundeprüfungen möglich. Sehen Sie Ihre positiven Erfahrungen aus dem Homeschooling als Signal und machen Sie jetzt Ihre Berufung zu Ihrem Beruf!