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Wir bilden aus: Fernstudium "Integrative Lerntherapie in Theorie und Praxis" und Fortbildung "Trainer/in bei Leserechtschreibschwäche (Legasthenie)" |
Die Tätigkeitsbezeichnungen "Legasthenietrainer" und "Legasthenietherapeut" sind ungeschützt und dürfen in Deutschland ohne Erlaubnis geführt werden. Sie müssen also keine gleichnamige Weiterbildung besucht haben, um sich so nennen zu können. Es gibt daher mehrere Wege, Legasthenietrainerin bzw. Legasthenietherapeutin zu werden: Nehmen Sie dazu an unserer Präsenzfortbildung "Trainer/in bei Leserechtschreibschwäche (Legasthenie)" teil oder entscheiden Sie sich für unser Fernstudium "Integrative Lerntherapie in Theorie und Praxis", das neben LRS bzw. Legasthenie viele weitere lerntherapeutische Themen beinhaltet.
Legasthenietrainer oder Legasthenietherapeut darf sich in Deutschland jeder nennen. Hingegen dürfen Berufsbezeichnungen wie z.B. "Ergotherapeut/in" oder "Psychotherapeut/in" in Deutschland nur Personen führen, die eine entsprechende Ausbildung absolviert und die dazugehörige staatliche Abschlussprüfung bestanden haben. Für die Tätigkeitsbezeichnungen Legasthenietrainer und Legasthenietherapeut gilt dies nicht. Das bedeutet, dass diese Bezeichnungen in Deutschland auch ohne jede Qualifikation öffentlich, beispielsweise im Internet oder in Anzeigen, benutzt werden dürfen. Zertifikate werden dabei häufig zu Unrecht als besonderer Qualifikationsnachweis angesehen. Fast immer sind es "Sitzscheine", die keine Angaben darüber enthalten, ob und wie lerntherapeutische Kenntnisse nachgewiesen wurden. Selbst "Diplome" werden angeboten. So bietet der "Erste Österreichische Dachverband Legasthenie (EÖDL)" die Bezeichnung "Diplomierter Legasthenietrainer" an. Allerdings wird verschwiegen, dass diese in Deutschland nicht geführt werden darf. Wer hierzulande unbefugt akademische Grade wie beispielsweise "Dipl.-..." oder "Diplomierter..." führt, setzt sich strafrechtlicher Verfolgung wegen des Missbrauchs von Titeln (§132a (1), (2) StGB Strafgesetzbuch) aus. Zudem kann die Werbung mit einem solchen Titel nach aktueller Rechtssprechung unlauterer Wettbewerb sein und kostspielige anwaltliche Abmahnungen und Gerichtsverfahren zur Folge haben. Lesen Sie dazu unsere Pressemitteilung.
Eltern, die Hilfe für ihr Kind suchen, sollten daher erfragen, ob und auf welchen Wegen die für eine Tätigkeit als LRS-Trainer bzw. Therapeut erforderlichen Qualifikationen erworben wurden.
Für eine qualifizierte Tätigkeit benötigen Legasthenietrainer bzw. Legasthenietherapeuten Sicherheit in der deutschen Rechtschreibung und Grammatik, Kenntnisse bezüglich der Symptome von LRS bzw. Legasthenie, Kompetenz in der Anwendung und Interpretation standardisierter Testverfahren, didaktische Fähigkeiten, Kenntnisse bezüglich der Anwendung moderner Therapie- und Trainingsprogramme, Gesprächs- und Kommunikationstechniken sowie Schlüsselqualifikationen wie Einfühlungsvermögen, Geduld und Flexibilität.
Wenn unter einer Legasthenie die in dem Diagnosehandbuch ICD-10 stehende "Lese- und Rechtschreibstörung" verstanden wird und davon Betroffenen in berufs- oder gewerbsmäßiger Weise Diagnostik und/oder Therapie angeboten wird, muss der Therapeut laut Heilpraktikergesetz und Psychotherapeutengesetz zur Heilkunde zugelassen sein, also Arzt, Psychotherapeut oder Heilpraktiker sein. Bei der Lese- und Rechtschreibschwäche gibt es diese Einschränkung nicht.
Wer sich Legasthenietrainer, Legasthenietherapeut nennt, betont damit seine Spezialisierung auf Legasthenie bzw. LRS. Integrative Lerntherapeuten befassen sich mit dem breiten Spektrum der Lernschwächen (z.B. Legasthenie/LRS, Dyskalkulie/Rechenschwäche, ADS/ADHS) und verfügen damit über einen umfassenderen Blick und idealerweise auch über eine anspruchsvollere Ausbildung.
Der Begriff "Legasthenie" gilt mittlerweile als veraltet, da damit der Eindruck entstehen könnte, die beobachteten Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben seien unveränderliche Eigenschaften des Kindes, Jugendlichen oder Erwachsenen. Die Begriffe "Leserechtschreibstörung" und "Leserechtschreibschwäche" werden oft synonym verwendet, jedoch zeichnet sich die Störung durch ihren schwereren Verlauf und den damit verbundenen Krankheitswert aus. Aus diesem Grund stehen die "Lese- und Rechtschreibstörung" und die "Isolierte Rechtschreibstörung" in dem Diagnosehandbuch ICD-10. Schwächen (z.B. die Leserechtschreibschwäche) finden sich dort nicht.
Legasthenietrainer / Legasthenietherapeuten befassen sich mit der Diagnostik und Therapie von Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben sowie mit der begleitenden Elternarbeit. Dabei nehmen sie in der Regel keine Unterscheidung zwischen der Leserechtschreibstörung und der Leserechtschreibschwäche vor: Beide Beeinträchtigungen äußern sich in ähnlicher Weise und erfordern eine im Ansatz vergleichbare Förderung bzw. Therapie.
Manche auf LRS spezialisierte Trainer bzw. Therapeuten arbeiten überwiegend oder ausschließlich mit Kindern und Jugendlichen im Schulalter, andere arbeiten auch oder nur mit Erwachsenen, zum Beispiel im Bereich der Alphabetisierung (Arbeit mit Analphabeten oder Deutsch als Fremdsprache). Hier sind die Grenzen zum Deutschunterricht fließend.
Legasthenietrainer / Legasthenietherapeuten arbeiten selbstständig in eigener Praxis oder in Kooperation mit Praxen anderer Therapieformen (z.B. Logopädie, Ergotherapie, Psychotherapie), in lerntherapeutischen Einrichtungen oder in einem Grundberuf, der Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Legasthenietherapie erfordert, z.B. als Lehrer/in im Schuldienst, in der Schulpsychologie oder in der Sozialarbeit.
Wer als Legasthenietrainer / Legasthenietherapeut tätig ist, verwendet in der Regel im Handel erhältliches Test- und Therapiematerial. Erfahrene Trainer bzw. Therapeuten wenden meist keine einheitlichen Programme in der von den jeweiligen Autoren vorgegebenen Weise an, sondern entwickeln für jeden Klienten eine an dessen Stärken und Schwächen angepasste Therapie. Die zur Verfügung stehenden Trainings- und Therapieprogramme werden dazu miteinander kombiniert und mit eigenen Ideen ergänzt.
Nachhilfe ist sinnvoll, wenn ein Schüler in einem Fach oder Themengebiet Wissenslücken oder Verständnisprobleme hat und allein nicht oder nur langsam weiter kommt. Treten die Schwierigkeiten im Fach Deutsch jedoch schon sehr frühzeitig auf (womöglich bereits in der ersten Klasse) und werden sie kontinuierlich größer, so sollte eine LRS-Diagnostik bei einer darauf spezialisierten Fachperson erfolgen. Bei einer Leserechtschreibschwäche oder gar Leserechtschreibstörung ist eine für Nachhilfeunterricht typische Arbeit am aktuellen Schulstoff nicht ausreichend.
IFLW - Institut für integratives Lernen und
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