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Wie wird man Dyskalkulietrainer bzw. Dyskalkulietherapeut?


Wir bilden aus:

Fernstudium "Integrative Lerntherapie in Theorie und Praxis"

und

Fortbildung "Trainer/in bei Rechenschwäche (Dyskalkulie)"


Fortbildung zum Dyskalkulietrainer / Dyskalkulietherapeuten

Die Tätigkeitsbezeichnungen "Dyskalkulietrainer" und "Dyskalkulietherapeut" sind ungeschützt und dürfen in Deutschland ohne Erlaubnis geführt werden. Sie müssen also keine gleichnamige Weiterbildung besucht haben, um sich so nennen zu können. Es gibt daher mehrere Wege, "Dyskalkulietrainer" bzw. "Dyskalkulietherapeut" zu werden: Nehmen Sie dazu an unserer Präsenzfortbildung "Trainer/in bei Rechenschwäche (Dyskalkulie)" teil oder entscheiden Sie sich für unser Fernstudium "Integrative Lerntherapie in Theorie und Praxis", das neben Rechenschwäche (Dyskalkulie) viele weitere lerntherapeutische Themen beinhaltet.

Wer darf sich Dyskalkulietrainer oder Dyskalkulietherapeut nennen?

Berufsbezeichnungen wie z.B. "Ergotherapeut/in" dürfen in Deutschland nur Personen führen, die eine entsprechende Berufsausbildung absolviert und die Abschlussprüfung abgelegt haben. Für die Tätigkeitsbezeichnungen Dyskalkulietrainer und Dyskalkulietherapeut gilt dies nicht. Das bedeutet, dass diese Bezeichnungen in Deutschland auch ohne jede Qualifikation öffentlich, beispielsweise im Internet oder in Anzeigen, benutzt werden dürfen. Zertifikate werden dabei häufig zu Unrecht als besonderer Qualifikationsnachweis angesehen. Fast immer sind es "Sitzscheine", die keine Angaben darüber enthalten, ob und wie lerntherapeutische Kenntnisse nachgewiesen wurden. Selbst "Diplome" werden angeboten. So bietet der "Erste Österreichische Dachverband Legasthenie (EÖDL)" die Bezeichnung "Diplomierter Dyskalkulietrainer" an. Allerdings wird verschwiegen, dass diese in Deutschland nicht geführt werden darf. Wer hierzulande unbefugt akademische Grade wie beispielsweise "Dipl.-..." oder "Diplomierter..." führt, setzt sich strafrechtlicher Verfolgung wegen des Missbrauchs von Titeln (§132a (1), (2) StGB Strafgesetzbuch) aus. Zudem kann die Werbung mit einem solchen Titel nach aktueller Rechtssprechung unlauterer Wettbewerb sein (Landgericht Osnabrück Az. 18 O 82/11 vom 22.03.2011 und Oberlandesgericht Oldenburg Az. 6 U 67/11 vom 29.06.2011) und kostspielige anwaltliche Abmahnungen und Gerichtsverfahren zur Folge haben. Lesen Sie dazu unsere Pressemitteilung.

Eltern sollten daher erfragen, ob und auf welchen Wegen die für eine Tätigkeit als Trainer bzw. Therapeut erforderlichen Qualifikationen erworben wurden.

Über welche Qualifikationen muss ein Dyskalkulietrainer bzw. Dyskalkulietherapeut verfügen?

Für eine qualifizierte Tätigkeit benötigen Dyskalkulietrainer bzw. Dyskalkulietherapeuten Sicherheit in der Mathematik, Kenntnisse bezüglich der Symptome von Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie, Kompetenz in der Anwendung und Interpretation standardisierter Testverfahren, didaktische Fähigkeiten, Kenntnisse bezüglich moderner Therapieansätze, Gesprächs- und Kommunikationstechniken sowie Schlüsselqualifikationen wie Einfühlungsvermögen, Geduld und Flexibilität.

Wie unterscheiden sich Dyskalkulietrainer bzw. Dyskalkulietherapeut von Integrativen Lerntherapeuten?

Wer sich Dyskalkulietrainer bzw. Dyskalkulietherapeut nennt, betont damit seine Spezialisierung auf das Teilgebiet der Rechenschwäche (Dyskalkulie). Integrative Lerntherapeuten befassen sich mit dem breiten Spektrum der Lernschwächen (z.B. Legasthenie/LRS, ADS/ADHS) und verfügen damit über einen umfassenderen Blick und idealerweise auch über eine anspruchsvollere Ausbildung.

Wie unterscheiden sich Dyskalkulie, Rechenstörung, Rechenschwäche?

Der Begriff "Dyskalkulie" wird von vielen Autoren ungern verwendet, da damit der Eindruck entstehen könnte, die beobachteten Schwierigkeiten im Rechnen seien unveränderliche Eigenschaften des Kindes, Jugendlichen oder Erwachsenen. Die Begriffe "Rechenstörung" und "Rechenschwäche" werden oft synonym verwendet, jedoch zeichnet sich die Störung durch ihren schwereren Verlauf und den damit verbundenen Krankheitswert aus. Aus diesem Grund steht die "Rechenstörung" in dem Diagnosehandbuch ICD-10. Schwächen (z.B. die Rechenschwäche) finden sich dort nicht.

Arbeitsgebiete für Dyskalkulietrainer und Dyskalkulietherapeuten

Dyskalkulietrainer / Dyskalkulietherapeuten befassen sich mit der Diagnostik und Therapie von Schwierigkeiten im Rechnen sowie mit der begleitenden Elternarbeit. Dabei nehmen sie in der Regel keine Unterscheidung zwischen der Rechenstörung und der Rechenschwäche vor: Beide Beeinträchtigungen äußern sich in ähnlicher Weise und erfordern eine im Ansatz vergleichbare Förderung bzw. Therapie.

Wo arbeiten Dyskalkulietrainer und Dyskalkulietherapeuten?

Auf Dyskalkulie spezialisierte Fachleute arbeiten selbstständig in eigener Praxis oder in Kooperation mit Praxen anderer Therapieformen (z.B. Ergotherapie, Psychotherapie, Logopädie), in lerntherapeutischen Einrichtungen oder in einem Grundberuf, der Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Rechentherapie erfordert, z.B. als Lehrer/in im Schuldienst, in der Schulpsychologie oder in der Sozialarbeit.

Welche Arbeitsmittel werden in der Diagnostik und Therapie eingesetzt?

Wer als Dyskalkulietrainer oder Dyskalkulietherapeut tätig ist, verwendet in der Regel im Handel erhältliches Test- und Therapiematerial. Erfahrene Trainer bzw. Therapeuten wenden meist keine einheitlichen Programme in der von den jeweiligen Autoren vorgegebenen Weise an, sondern entwickeln für jeden Klienten eine an dessen Stärken und Schwächen angepasste Therapie. Die zur Verfügung stehenden Trainings- und Therapieprogramme sowie für die Dyskalkulietherapie geeignete Anschauungsmaterialien werden dazu miteinander kombiniert und mit eigenen Ideen ergänzt.

Kann Nachhilfeunterricht eine Dyskalkulietherapie ersetzen?

Nachhilfe ist sinnvoll, wenn ein Schüler in einem Fach oder Themengebiet Verständnisprobleme oder Wissenslücken hat und allein nicht oder nur langsam weiter kommt. Treten die Schwierigkeiten im Fach Mathematik jedoch schon sehr frühzeitig auf (womöglich bereits in der ersten Klasse) und werden sie kontinuierlich größer, so sollte eine fundierte Dyskalkulie-Diagnostik bei einer darauf spezialisierten Fachperson erfolgen. Bei einer Rechenschwäche oder gar Rechenstörung ist eine für Nachhilfe typische Arbeit am aktuellen Schulstoff nicht ausreichend oder gar kontraindiziert, weil der Schüler dann auch im außerschulischen Bereich mit für ihn nicht lösbaren Aufgaben konfrontiert wird.


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